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3. Sächsisches Schulsportfest wurde zum Begriff der Superlative/Teilnehmerrekord/Erstmals mit Förderschulen für geistig Behinderte


Grimma erwies sich als guter Gastgeber Leipziger Volkszeitung, Grimma Regional, 03.07.2000

Grimma. „Rückt mal noch ein wenig zusammen", forderte Volker Kutschke die Kinder und Erzieher in der GGI-Muldental-HaIle auf.„Draußen stehen noch Hunderte, die wollen auch noch rein." In der Tat erlebte das 3. Sächsische Schulsportfest für Förderschulen in Grimma einen Teilnehmerrekord. Dabei erwies sich die Kreisstadt als ausgezeichneter Gastgeber für insgesamt 39 Förderschulen aus ganz Sachsen.  Bereits im November 1998 hatte Bürgermeister Osmar Brück in einem Brief an den Staatsminister für Kultus, Dr. Matthias Rößler, die Bitte ausgesprochen, das 3. Schulsportfest doch nach Grimma zu vergeben. Auf jeden Fall würde es sich in den Rahmen der Feierlichkeiten zur 800-jährigen Gründung der Stadt und des 450-jährigen Stiftungsfestes des Gymnasiums St. Augustin nahtlos einpassen. Doch das allein waren nicht die Gründe, warum das Kultusministerium das Sportfest nach Grimma vergab. „Die guten Sportanlagen und die hervorragende Arbeit des Sportkoordinators Hartmut Riegert gaben sicherlich den Ausschlag", begründete Günther Portune, Staatssekretär im Ministerium für Kultus, die Entscheidung. „Aus meiner Sicht ist für Förderschüler gerade der Sport ein ganz wichtiges Angebot zur Gesunderhaltung des Körpers, aber auch der Psyche."Die populäre und massenwirksame Veranstaltung, die aller zwei Jahre stattfindet, befand sich bei den Grimmaern in besten Händen. Sicher kamen Hartmut Riegert bei der Organisation seine Erfahrungen bei der Durchführung regionaler Sportveranstaltungen zugute. So verlief das Sportfest, an dem immerhin fast 900 Schüler teilnahmen, reibungslos. Ein Novum gab es in diesem Jahr. Erstmals nahmen auch Förderschulen für geistig Behinderte an der Veranstaltung teil. Und die stellten mit 35 Mannschaften aus 18 Schulen einen beträchtlichen Teil der Aktiven. Sie starteten in den Disziplinen „Schwimmen" und „Staffel für geistig Behinderte", die extra auf sie zugeschnitten waren.  

Andreas Rücker

Einen hohen Stellenwert räumt der Präsident des Landessportbundes Hermann Winkler, der Veranstaltung ein: "Der Behindertensport ist eine wichtige Säule im Landessportbund, denn die Menschen wollen wir integrieren. Wichtig ist, dass sie über den Schulsport in den Förderschulen dazu finden, Sport zu treiben."

Die Mädchen der Mittelschule Naunhof bei Akrobatik mit Rock'n Roll..


Grimma. Sport wird an der Föderschule für Lernbehinderte in Grimma ganz groß geschrieben. Und so nahmen die Schüler nicht nur an der Eröff­nung teil, sondern waren auch an allen fünf Wettkämpfen beteiligt. „Insgesamt haben wir rund 100 Aktive im Einsatz", verriet Schulleiterin   Alexandra Schallock. „Sport steht bei uns an allerhöchster Stelle, neben den Lehrplanfächern natürlich.
Zusammen mit ihren Sportlehrern Dorit Dietel und Peter Naumann hatten sich die Förderschüler gezielt auf die Wettbewerbe vorbereitet. Dabei lernten die Kinder aber nicht nur die geforderten Wettkampf-Elemente, sondern auch miteinander umzugehen,   bauten Aggressionen ab, verstanden, dass es im sportlichen Wettstreit nur miteinander geht. Vor den Wettbewerben waren sie alle natürlich ganz aufgeregt. „Ich weiß, von denen hat in der letzten Nacht kaum einer ein Auge zugemacht. Die fieberte mit ihren Schülern mit. Die  brauchten heute früh  alle unheimlich viele Streicheleinheiten", phantastisch, wie die Kinder mitgemacht haben. Solche Sportfeste wirken sich auch positiv auf die Psyche der Kinder aus. Hier stehen sie endlich einmal im Mittelpunkt, können zeigen, was sie drauf haben.", meinte Alexandra Schallock, um dann lachend hinzuzufügen: „Wen ich alles geknutscht habe!" Und das demonstrierten die Förderschüler eindrucksvoll. Fast alle gingen bis an ihre Leistungsgrenze. Auch wenn es nicht immer mit dem Siegen klappte, dabei gewesen zu sein, war einfach alles.    

Andreas Rücker

Sportfest war tolle Werbung für hiesige Sportstätten

Grimma. Da strahlten die Kinderaugen noch mal so hell. Nach dem anstrengenden Staffel-Wettkampf konnte das Angebot der hiesigen Spor­stätten kostenlos genutzt werden. Ob man nun im Center-Court Tennis spielte, im Bowling-Treff eine nicht immer ruhige Kugel schob oder auf der Go-Kart-Bahn ein paar schnelle Runden drehte. So gesehen war das Sportfest auch eine tolle Werbung für die Grimmaer Sportstätten. Doch dabei sollten auch jene nicht vergessen werden, die jeden Tag dafür sorgen, dass sich die Anlagen in einem Top-Zustand befinden. Auch wenn sich am Freitag fast alles um die Muldental-Halle drehte, auch auf den anderen Sportanlagen fanden die teilnehmenden Kinder hervorragende Bedingungen. Ob nun in der Schwimmhalle, auf den Fußballplätzen, in der Sporthalle des Berufschulzentrums oder im Center-Court, überall herrschten optimale Bedingungen. Aber auch den Organisatoren des Schulsportfestes muss ein großes Lob gezollt werden. Hartmut Riegert hatte einen Stamm bewährter Helfer um sich geschart. Große Unterstützung bekam er dabei von Schulamtsleiterin Monika Große. Aber auch alle anderen im „Org.-Team" hielten Fäden und Zügel fest in der Hand. Nur so war ein reibungsloser Ablauf des Festes gewährleistet. Tatkräftig unterstützt wurde er auch von Volker Kutschke, Sportkoordinator in Großenhain. Der hatte immerhin die beiden vorangegangenen Sportfeste in Priestewitz organisiert. Insgesamt waren über 80 Kampf- und Schiedsrichter sowie Helfer im Einsatz. Da mussten Zeiten gestoppt, die richtige Ausführung der Übungen kontrolliert und am Ende die Sieger ermittelt werden. Die Schüler wurden mit Bussen nach der Eröffnung zu ihren Wettkampforten gebracht und auch wieder geholt. In der Muldental-Halle hatte der Beleuchter bei Eröffnung und Abschluss alle Hände voll zu tun - Stress auf der ganzen Linie, den sich aber kaum einer anmerken ließ.

Andreas Rücker